HOF DAHLHOFF

Landwirt aus Leidenschaft

Lokführer? Feuerwehrmann? Nö. Ich wollte immer schon Landwirt werden.

Mit 16 Jahren habe ich zusammen mit meiner Familie die ersten Flächen von meinem Großvater zurückgenommen, um sie als Weiden einzuzäunen. Im gleichen Jahr schafften wir die ersten drei Mutterkühe an.

Und ich begann mit einer Ausbildung zum Landwirt – der Start zur Realisierung meines Kindheitstraums.

Euer Sebastian Becker-Dahlhoff

Eine Reise durch die Landwirtschaft - und eine Entscheidung

Mein Herzblut gehört allen Aktivitäten, die mit bäuerlicher Landwirtschaft und Direktvermarktung zu tun haben. Doch dem voran ging mal eine entschlossene Entscheidung für’s Leben …

Als staatlich geprüfter Agrarbetriebswirt könnte ich potenziell jede Art von Betrieb übernehmen. Doch meine Lehrjahre waren zu einschneidend. Im ersten Lehrjahr war ich auf einem Bio-Betrieb. Im zweiten auf einem industriell-konventionell arbeitenden Hof. Mein drittes Jahr schloss ich auf dem Betrieb von Haus Düsse ab.

Und fand schnell heraus, was ich will: NEULAND betreten – sowohl als auch.

Wir jungen Landwirte haben es heute beileibe nicht einfach. Es beginnt mit Klischees – „Echt? Landwirt muss man lernen?“ – und endet nicht selten in einer schlecht bezahlten selbständigen Lage.

Denn wieviel Planungssicherheit gibt es heute denn noch? Gäbe es sie reichlich, wären Trecker-Demos in Deutschland eine teure Freizeitbeschäftigung. Dahinter stehen aber im Gegenteil existenzielle Probleme.

Also habe ich vor ein paar Jahren nicht gezögert, als ein Kollege zu mir sagte: „Hey, Du hältst Deine Tiere echt gut – das könnte zu NEULAND passen. Sprich doch mal mit denen!“

Im Aufbau und noch viel vor

Hab ich gemacht – und baue seitdem meine Direktvermarktung zusammen mit NEULAND auf. Ich möchte damit gleichzeitig den veränderten Verbraucherwünschen entgegenkommen: Regionale Produkte aus einer ehrlich tiergerechteren Landwirtschaft.

Wir möchten keine austauschbarer Rohstoff-Lieferant sein und wollen uns von der Masse absetzen. Das setzen wir Schritt für Schritt um: Wir haben einen Hofladen und eine Metzgerei gebaut, Regiomaten für Selbstbedienung aufgestellt und planen nun den Bau von Hofcafe und Ferienwohnungen auf unserem Hof. Damit die Menschen zusätzlich zu ihrem Einkaufsbesuch eine Weile verbleiben dürfen.

Das alles ist viel, viel Arbeit. Wir haben mittlerweile gut 30 Mutterkühe plus ihre Kälber, zwei Zuchtbullen, 40 Fleischrinder, 900 Hühner in Freilandhaltung und Mobilstall sowie 1.700 NEULAND-Hähnchen. Weiterhin gehören 10 Bienenvölker zum Familienbetrieb.

Und kaum ein Tag vergeht, wo mir nicht irgendeine neue Idee durch den Kopf geht, die mich begeistert.

Am Ende wird mir aber eben auch bewusst, warum ich dieses Leben gewählt habe: Wenn wir abends fertig sind, sitzen wir oft zusammen, trinken ein Bier. Gerade im Sommer ist das eine tolle Sache. Bäuerliches Leben eben. So, wie ich es mir gewünscht habe.

WDR Lokalzeit - "Unser kleiner Hof"

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